Mhme. Wann habe ich meine Persönlichkeit eigentlich verloren?
Oder… habe ich sie überhaupt verloren?
Eins ist sicher: Auf der Bühne, im Job, in der Keynote, im Coaching… da war meine Persönlichkeit immer auf Autopilot. Immer? Nee, vielleicht nicht immer. Irgendwann hat dieser Autopilot in mir auch mal für eine kurze Zeit gar nicht mehr funktioniert.
Aber hey. Für den Moment gibt’s ja Therapeuten. Und ich als Unternehmerin war immer in der Lage, mir auch eine auszusuchen. Ich. Viele andere leider nicht. Obwohl es so wichtig wäre.
Also. Wann habe ich sie verloren?
Mhme. Irgendwo außerhalb einer Stadt. Ich wollte nicht ins Haus gehen. Ich hab gespürt, dass mir was unglaublich Energie zieht, aber ich wusste nicht was. Oder wer.
Ich saß mal in einem Bus, in einem anderen Land. Wollte nicht nach Hause. Weil ich das Gefühl hatte… hier kann ich freier atmen. Warum? Keine Ahnung.
In einer Großstadt, von einem Treffen kommend mit einer Netzwerk-Kollegin… der Moment, in dem ich wusste: Ich bin nur noch ein Schatten meiner selbst. Autopilot? Ja, das ging noch, einigermaßen. Aber die Frage kam hoch: Wer bin ich eigentlich? Und was in Gottes Namen tue ich mir hier an?
Ich glaub, aus heutiger Sicht, es war immer der Moment, wenn ich nicht mehr singen wollte. Oder zum Schluss nicht mehr konnte. Aber zum Thema “immer noch Bühnenkind” komme ich später.
Also zurück zur Frage. Wann, wo hab ich mein Leuchten verloren?
Die Antwort: schleichend. Ganz langsam. So, dass ich es nicht wirklich spüren konnte. Ich hab mal gesagt: So kenn ich mich nicht. Und so mag ich mich auch nicht. Ich bin herzlich. Warm. Authentisch. Auch frech. Und sehr kritisch mit mir selbst… was seh ich noch nicht, wo finden wir den Konsens, was kann ich tun.
Im Verein, in der Schule, in der Ehe, wenn „Frau” 😉 auf diverse Persönlichkeiten trifft, die es nicht gut meinen und ihr Ego an meiner persönlichen Entwertung polieren wollen… nicht gut. Als spätere Coachin, Sparringspartnerin dagegen… sehr gut.
Ich glaube also, meine persönliche Meinung, dass ich meine Persönlichkeit Schritt für Schritt schon sehr früh verloren habe. Ich hab früh hingeschaut. Gesehen. Verstanden. Benannt. Und, jaaa, mehr als einmal auch Grenzen gesetzt. Also, ja. Verbal. Schriftlich. Mich an diverse „Autoritätspersonen” gewandt. Und NEIN gesagt. Welches aber nicht stehen blieb. Mehr dazu bei “Kann man Manipulation sehen?”. Nur leben wir in einer Gesellschaft, die unser Bauchgefühl aushebelt. Und das NEIN, so laut es auch ist, hinterfragt. Nicht, was hinter dem Nein steht? Das wäre ja zu einfach. Sondern ob es überhaupt erlaubt ist.
Verloren? 진짜? Wirklich? Im Koreanischen.
Nein. In meinem Fall darf ich sagen: Nein. Ich habe meine Persönlichkeit nicht verloren. Denn ich hab mich aus diversen Situationen immer selbst rausgeholt. Intuitiv, strategisch, bevor ich überhaupt wusste, mit wem oder was ich es zu tun hatte. Privat, beruflich. Wissen kam viel später.
Was hab ich behalten von meiner Persönlichkeit? Mein smarter Kopf, zum Beispiel. Auch wenn da ab und zu ein Virus auf meiner Festplatte sitzt… google mal Gehirnveränderung nach toxischen Beziehungen 😉 dann weißt du, was ich meine. Aber das Gehirn kann ja umlernen. Meine Empathie und Wertschätzung, mir und anderen gegenüber. Jaa, auch meinen „Feinden” gegenüber. Wisse, mit wem du es zu tun hast… aber nutze dein Wissen dennoch empathisch und wertschätzend. Mehr dazu, wenn du bei “Kann man Manipulation sehen?” weiterliest. Mein “it is what it is, und jetzt mach ich was draus“. Mein Wunsch, Menschen beim Wachsen zu unterstützen. Ein unglaublich strategischer Überlebensinstinkt. Und meine absolute Klarheit: Wenn’s reicht, dann reicht’s. Dann geh ich. Take it. Change it. Oder, wenn’s bei aller Bemühung nicht geht, leave it. Und danach gibt’s kein Zurück mehr.
Was mich rausgeholt hat aus all diesen Situationen? Ich wurde immer wacher. Immer klarer. Ich hab immer mehr Wissen über mich, die Situationen, die Personen geholt. Und dann hab ich’s angewendet. Empathisch, wertschätzend. Aber absolut klar und strategisch.
Hast du jetzt gedacht, hier kommt eine Leidensgeschichte mit Details? Nicht dein Ernst, oder? Passt doch nicht zu mir.
Und? Bist du dir immer noch sicher, dass du deine Persönlichkeit verloren hast?
Warum frage ich das? Weil ich weiß… wenn du als entwerteter Mensch, ob durch dich selbst oder durch andere, dir vielleicht genau diese Frage stellst. Ist okay. Darfst du.
Und dann finde heraus, was dich so wahnsinnig toll und einzigartig macht.
Und bedenke immer eines: Menschen, die es nötig haben, andere klein zu machen oder zu entwerten… haben selbst ein gaaanz kleines Ego. Spruch von meiner Mama, aus meiner Kindheit. Und, auch wenn ich es ehrlicherweise damals nicht hilfreich fand… sorry Mama. Es hat aber eine brutale Ehrlichkeit in sich. Auch wenn es in solchen Situationen nur bedingt nützlich ist. Dennoch, im Kern, hatte diese Frau, die mir beigebracht hat, den ganzen Menschen zu sehen, recht mit dem, was sie gesagt hat.