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Kann man Manipulation sehen?

Ein Tisch mit Menschen. Vereinsfeier, Geburtstag oder Firmenmeeting. Und plötzlich: betretenes, kollektives Schweigen. Hektische Überleitung. Ein Mutiger, der sagt: „Okay, lass uns mal das Thema wechseln.” Eine richtig Mutige, die sagt: „Okay, das reicht jetzt wirklich” und es auch ernst meint. Das heißt, ihre Augen und ihre Körperhaltung passen exakt zu dem, was sie sagt.

Und seien wir komplett ehrlich: Wenn du nicht gerade selbst zur manipulativen Sorte gehörst, dann hat sich dein Bauchgefühl in diesem Moment längst gemeldet. Und jetzt tu nicht so, als ob es nicht so wäre. Denn wir haben es alle. Wir ignorieren es nur unfassbar gerne. Mit was? Mit unserem Verstand. Ja, mit deinem Gehirn. Mit dem, was du gelernt hast, was uns die Gesellschaft vorgibt, was uns anerzogen wurde. Was uns unsere Angst diktiert.

Und? Kannst du Manipulation sehen? Oder tust du nur so, als ob du sie nicht siehst, weil es bequemer ist zu sagen: „Na ja, er oder sie hat es ja nicht so gemeint” oder „Du kennst ihn oder sie doch, ignorier sie einfach”?

Gegenfrage: Was hält dich eigentlich davon ab zu sagen: „Okay, es reicht” oder „Das war gerade nicht in Ordnung”?

Die Frage ist meines Erachtens aber jeder Jeck ist anders 😉 –, nicht, ob man Manipulation sieht, sondern warum uns das Sehen davon abhält, trotzdem etwas zu tun.

Sehen tust du es doch. Oder?

Ein bisschen Hintergrund

Wir alle kennen diesen Satz: „Er oder sie hat es nicht böse gemeint.” Ja, schön und gut. Wie hat er oder sie den Satz denn gemeint? Doch warum auch immer: Diese Frage wird nicht gestellt. Manipulation funktioniert unter anderem, weil sie zur Tagesordnung gehört. Da spielt auch der Satz mit rein: „Mach jetzt kein Drama, so schlimm war’s nicht.” Toll. Super formuliert 😉 Das heißt: Die Wahrnehmung, dass sich etwas beschissen angefühlt hat, ist erst mal vom Tisch gewischt.

Sei dir einmal bewusst: Es gibt Menschen da draußen, Narzissten und Narzisstinnen (of course ganz ohne Diagnosestellung, denn das dürfen wir nicht, und nebenbei: Das ist auch gut so). ABER – hier kommt mein Lieblingswort, das heißt nicht, dass es sie nicht gibt 😉 Egal, wie wir sie benennen: Es gibt sie. In grandioser und in verdeckter Form. Und eines gleich vorweg: Die grandiosen erkennst du oft kilometerweit gegen den Wind. Auch nicht einfach, steht außer Frage, aber im Job einigermaßen handelbar. Privat? Uff, eine andere Kiste.

Hier an der Stelle empfehle ich: Google grandioser Narzissmus. Insbesondere Sprachmuster, typische Sätze, typische Verhaltensweisen. Warum typisch? Weil sie von Afrika bis Deutschland alle dasselbe Spiel spielen, mit den gleichen Verhaltensweisen und Sätzen (mutmaßlich ;)). Informier dich selbst, es gibt so viele psychologische Infos und Studien dazu, sehr aufschlussreich. Ach, und wenn du schon dabei bist: Google auch mal verdeckter Narzissmus und verdeckte Narzisstin. Da wird’s so richtig spannend, und Spoiler: Wenn du jetzt noch maligne dazu packst, wird’s tendenziell auch noch gruselig. Oh, pack auch noch Borderline dazu.

Du erinnerst dich? Falls du’s gelesen hast, wenn nicht: Kann man seine Persönlichkeit verlieren? Lies es nach.

Ich bin ein empathischer und wertschätzender Mensch und sehe den Menschen im Ganzen. Mit allen seinen guten und nicht so guten Facetten. Warum? Weil es menschlich ist. ABER – ja, da ist es wieder 😉 mein Aber.

Bei allem Verständnis für die schlimme Kindheit mancher dieser Menschen… das heißt nicht, dass sie keine Verantwortung tragen für das, was sie tun. Du erinnerst dich wieder? Mach kein Drama, nicht so gemeint… etc.

Soll heißen: Ich trage Verantwortung für deren Drama? Fair? Nein. Denn auch ich hätte mich nach meiner Jugend anstatt für Empathie und Wertschätzung für ein emotionsloses und nicht empathisches Verhalten entscheiden können.

Wir biegen als Erwachsene in die eine oder andere Richtung ab. Und dementsprechend haben wir auch die Verantwortung dafür zu tragen. Leider liegt die Verantwortung oft bei dem, der ja nicht „NEIN” gesagt hat oder sich – äh – nicht deutlich genug gewehrt hat.

Mhm… also soll der, dem man gesagt hat: „Hey, der ist halt so, du kennst ihn doch, einfach ignorieren”, nein sagen? Grenzen setzen? Und wenn er oder sie es tut, im Job zum Beispiel, dann folgt vielleicht ein: „Na, vielleicht können Sie sich ja friedlich einigen” oder „Vielleicht hat er’s nicht so gemeint, und Sie waren zu empfindlich”?

Merkste was? Es dreht sich im Kreis.

„Du bist nichts. Du kannst nichts. Und du hast nichts.“ „…Alle haben gesagt, dass… bla, bla, bla…“ (u.a. Schulzeit, Verein. Hier sei erwähnt: Ich habe oft gefragt, wer ist ALLE? Bevor ich überhaupt vom Thema „Narzissmus“ überrascht wurde.)

„…Wenn du fair wärst, dann würdest du mir alles überlassen…“

„…Mh, andere Frauen machen das… aber stimmt, du gehörst nicht zu diesen…“

In einer Situation, in der ich deutlich NEIN sagte, folgte: „…ich weiß gar nicht mehr, was ich mit dir anfangen soll… du bist immer soo schwierig…“ usw.

Ab da hat mein Hirn sich verabschiedet – an der Stelle gerne Dissoziation googlen. Ich hörte mich nur noch sagen: „Dann mach halt…“ und ich hörte die Worte: „SO kenne ich dich wieder…“

(Ab hier geht es im Lesefluss nicht weiter. Die vollständige Auflösung dieser Situation findest du ganz unten am Ende dieser Kolumne, geschützt hinter einer Triggerwarnung. Denn die Scham muss die Seite wechseln.)

Es gab ein klares Nein, aber es war auch ein Mensch, den ich zu dem Zeitpunkt noch liebte und dem ich vertraute. Mein Hirn hatte sich verabschiedet und sich später wieder erinnert. Erinnert, als ich mich wieder sicher fühlte. Du wirst verletzt in einer Beziehung, und du kannst auch heilen, in einer neuen Beziehung. Zur Heilung braucht es Resonanz. Zum Umlernen braucht es Resonanz. Das Gehirn lässt die vergessenen Dinge meistens nur in Sicherheit wieder zu.

„Aber Frau Hurka… wir wollen Sie doch nicht verlieren… wir wollen ‚nur‘, dass Sie sich auf Ihre Arbeit konzentrieren.”

Lass mich dir eine Geschichte erzählen. Von einem kleinen, schnuckeligen Dorf am Rande des Main-Tauber-Kreises. Mit einer, mutmaßlich, hochmanipulativen Würdenträgerin.

Info am Rande: Ich hatte unzählige Überstunden als Kindergartenleitung. Und Frau Hurka (mit säuselnder Stimme): „Es sind nur ALLE der Meinung, dass Sie…” – laber, palaver, Schwall.

O-Ton einer Würdenträgerin in einem kleinen Dorf am Rande des Main-Tauber-Kreises. Ich war die Erste auf ihrer Liste. Nach mir folgten, Schritt für Schritt, der Gemeinderat und die Mitarbeiter aus dem Rathaus. Wegen – ach, wie komm ich nur darauf… – wegen Manipulation am Arbeitsplatz.

Ihr wollt Beweise? Googelt doch einfach nach einem kleinen Dorf mit sympathischen Menschen im Main-Tauber-Kreis, mit einer, sagen wir mal vorsichtig, hochmanipulativen Würdenträgerin, die es damit sogar ins TV geschafft hat [swr.de].

Wollt ihr noch wissen, warum ich ihr erstes Opfer wurde? Nun, ich habe erkannt, wer sie ist. Ich wurde zwei Tage nach dem Amtswechsel zu einer sogenannten Supervision eingeladen. Mit Frau XYs ganz persönlichem Coach. Der stellte mir einige Fragen zum Thema: Wie wohl fühle ich mich, was möchte ich in der Kita verbessern etc.

Ich meinte daraufhin: „Sind Sie wirklich der Coach von Frau XY?”

Er: „Ja.”

Ich: „Und das hier soll eine Supervision sein mit dem Coach von Frau XY? Und ich soll hier offen reden? “Vertrauensverhältnis und so?”

Er meinte: „Ja.”

Ich darauf: „Ist schon ein wenig unprofessionell, oder?”

Er darauf: „Frau Hurka, Sie haben ein helles Köpfchen. “Sie sollten gut auf sich aufpassen.”

Damit war meine Supervision beendet. 😉

Zwei Wochen später saß ich vor zwei Personen des Gemeinderats und der besagten Würdenträgerin. Ich sah es. Und benannte es. Die beiden vom Gemeinderat haben es dann auch, nur ein paar Monate später, kapiert.

Eines bleibt gesagt: Es gab einen Menschen in diesem Umfeld aus dem Rathaus, die mich unterstützte. Nur leider wurden ihr die Hände gebunden. Der restliche Haufen? Hat geglaubt, was er oder sie glauben wollte. Sie sind nicht der Logik gefolgt, neiiin… Nur dem, was sie hörten. Von der besagten Würdenträgerin. Nebenbei: Zu dem Zeitpunkt war sie gerade zwei Wochen im Amt…

Ich habe mir dieses Spiel von außen noch jahrelang angeschaut. Denn so lange ging es in diesem kleinen Dorf, in diesem schönen Würdenhaus, mit dieser Würdenträgerin, aus der Ferne weiter. Und ich durfte beobachten, wie sie Schritt für Schritt alle kapiert haben. Wer hier eigentlich das Spiel gespielt hat. Ich las dann in der Presse u. a., dass sich Würdenhaus-Angestellte geweigert haben, überhaupt noch ins Würdenhaus zu gehen.

Aber sei’s drum. Ich hatte mir, in weiser Voraussicht, schon zwei Wochen vor Amtsantritt der Dame ein Arbeitszeugnis vom vorherigen Würdenträger ausstellen lassen. Smart enough 😉

Konnte ich damals beweisen, was sie mir da unterstellte? Nö. Warum? Weil es eine Schmierenkampagne vom Feinsten war und ich mich nicht auf den Marktplatz stellen konnte, um zu sagen: „Hey, ich habe hier ein saugeiles Arbeitszeugnis, noch von dem letzten Würdenträger, den ihr mochtet.” Das funktioniert so leider nicht.

ABER – ja, da ist es wieder. Ich verrate euch, wie ich nach dem Gespräch rausgegangen bin 😉 Mit den Worten: „Sie missverstehen mich. Das kann sein, dass SIE mich nicht verlieren wollen. Aber ich möchte nicht mehr für Sie arbeiten. “Sie hören von meinem Anwalt.”

Und so kam es auch. Und was damit auch kam? Die Entscheidung, das zweite Mal in die Selbstständigkeit zu gehen.

Also, long story short: Ich habe selbst erlebt,  mutmaßlich grandiosen Narzissmus, diagnostizierte Borderline und mutmaßlich verdeckten malignen Narzissmus. Und ich kenne Mobbing aus der Schulzeit.(warum mutmaßlich? Weil wir keine Diagnose stellen können.) Borderline bei einem jungen Menschen,den ich begleitet habe, wurde diagnostiziert. Ich hatte in meinem Leben, also, weil sich Menschen in Not an mich gewandt haben, und ich hin sah. Kontakt zum Jugendamt, Polizei und Staatsanwalt. Immer mit dem Ausgang, wir glauben der Person, und sie haben einen tollen Job gemacht, dass sie überhaupt hingeschaut haben. Aber die Beweise reichen nicht. 

Immer erkannt, immer benannt. Und immer.. fast alleine oder ich wurde selbst zur Zielscheibe. Hat mich das davon abgehalten? Nö, offensichtlich bis heute nicht. 

Der Unterschied? Jetzt stelle ich mich anders auf und sorge erstmal für meine Sicherheit. Ich habe verstanden, wie Menschen manipulieren und instrumentalisieren.  Und, sagen wir mal so. Ich bin ein PINK-Käppchen von meinem PINK-Käppchen Prinzip™ 😉 meine eigene individuelle Methode als Pitch your Personality Methode als Ergänzung zur (Grey-rock Methode). Also, wurde es auch von anderen gesehen?  Klar!

 Wurde was dagegen getan? Nein! Warum?

 „Uh, mhm, ich mische mich da nicht ein…” (die angeblichen Neutralen). Oder die Mutigen, wie die Hauptamtsleitung im Rathaus, der – sagen wir – sehr existenziell gedroht wurde und somit die Hände gebunden waren.

Und wieder: Merkste? Sehen tun wir viel. Handeln? Mhm… Aber es sei uns zugute gehalten, dass wir es zwar sehen… aber gelernt haben, es nicht zu „dramatisieren”. Im Zweifel für den Täter oder die Täterin.

Hier auch schon mal ein Hinweis für alle da draußen, denen Ähnliches passiert ist: Wenn jemand eine Gruppe braucht, um dich klein zu machen… erkennst du selbst, welche Macht, Kraft, Stärke und welches Besondere in dir liegt? Du jagst Angst ein, oder du dienst als Energiegeber 😉 Ja, ich weiß, in der Situation ist das nicht hilfreich. Aber komm schon, auch mal good to know, oder?

Also, bringen wir’s auf den Punkt. Was habe ich in meinem Leben erlebt? Wirtschaftlicher Missbrauch. Psychischer Missbrauch. Und sexuelle Gewalt und Rechtsmissbrauch.

Ja, ich weiß, das sitzt. Ausatmen. Und nochmal. Und nochmal… besser? Dann lese das Folgende sehr sorgfältig. Du hast hier eine geballte Expertise an Überleben und Wissen, und immer noch mit Empathie und Wertschätzung.

Also wirst du es schätzen und smart nutzen?

Und, kannst du Manipulation jetzt sehen? 😉 


ENDE DER KOLUMNE – HIER FOLGT DIE ZUSATZINFO

Triggerwarnung sexuelle Gewalt

An diese Situation habe ich mich erst ein Jahr später erinnert mit einem Flashback – auch gerne googlen.

Ich stand im Türrahmen und sah mich dort liegen, und die andere Person war über mir. Und ich hörte und sah die Person und mich reden.

Ich immer: „Nein, mach es bitte sanfter.“

Die Person: „Du bist aber schwierig geworden, ich kann dir nichts mehr recht machen. Also gut, dann bekommst du jetzt meinen…“

Ich darauf: „Nein, das ist nicht das, was ich wollte. Ich wollte es doch nur…“

Ab da erinnere ich mich nicht mehr richtig. Ich hörte mich irgendwann nur sagen: „Dann mach halt.“

Er tat es, während ich regungslos unter ihm lag und er sagte: „SO kenne ich dich wieder…“ – und er machte es so lange, bis er fertig war mit mir und ich liegen blieb, während er aus dem Zimmer ging.

Die Scham muss die Seite wechseln. Das ist eine meiner Geschichten.

Wenn du selbst von Gewalt oder Missbrauch betroffen bist oder dich dieser Text stark aufgewühlt hat, bist du nicht allein. Du erreichst das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ rund um die Uhr kostenlos und anonym unter der Nummer 116 016.